Soziale Eingliederung durch pferdegestützte Aktivitäten
Sozialpädagogische Begleitung mit Pferden für gefährdete Jugendliche, Menschen in sozialer Ausgrenzung und vulnerable Familien in Südteneriffa. Zugang über Sozialdienste, keine Reiterfahrung erforderlich.
Über das Programm
Pferde erreichen Menschen, die gelernt haben, konventionellen sozialen und pädagogischen Kontexten zu misstrauen, auf ungewöhnlich wirksame Weise. Ein Tier urteilt nicht und reagiert unmittelbar darauf, wie sich eine Person verhält — nicht darauf, wer sie sein soll. Dies ist der Ausgangspunkt unseres Programms zur sozialen Eingliederung in Arona Sur, Südteneriffa.
Das Programm besteht aus pferdegestützten sozialpädagogischen Aktivitäten: strukturierten Übungen mit und um Pferde, die darauf ausgelegt sind, soziale Kompetenzen, emotionale Regulierung, Selbstwirksamkeit und Vertrauen in Beziehungen zu entwickeln. Es handelt sich nicht um klinische Behandlung, sondern um Lernen durch Erfahrung in einem Umfeld, das die meisten Teilnehmenden als wirklich motivierend empfinden.
Der Zugang erfolgt primär über kommunale Sozialdienste, Bildungseinrichtungen und Organisationen des dritten Sektors in Südteneriffa. Wir arbeiten während des gesamten Prozesses eng mit den weiterverweisenden Fachkräften zusammen.
Für Fachkräfte der Sozialdienste: Wir stellen strukturierte Aufnahmedokumentation, Fortschrittsberichte in vereinbarten Abständen und einen abschließenden Ergebnisbericht je Teilnehmenden bereit. Kontakt: info@riendasdeesperanza.org
Für wen ist dieses Programm?
Wie läuft eine Sitzung ab?
Sitzungen finden in Gruppen statt (in der Regel 4–8 Teilnehmende) und dauern 90 Minuten. Sie sind in der Struktur bewusst informell, folgen aber einem konsistenten Ablauf. Das Pferd ist immer präsent, doch die Teilnehmenden verbringen ebenso viel Zeit mit bodengestützten Übungen rund ums Pferd wie im Sattel — manchmal mehr.
Ein kurzer, strukturierter Gruppenmoment zu Beginn. Die Teilnehmenden teilen mit, wie es ihnen geht. Die Begleitperson liest die Gruppe und passt die Sitzung an.
Striegeln, Führen und Vorbereiten des Pferdes. Diese praktischen Aufgaben haben einen erheblichen beziehungsbezogenen Wert: Sie erfordern Ruhe, Aufmerksamkeit und Verantwortungsgefühl.
Strukturierte Übungen mit klaren Zielen — das Pferd durch einen Parcours führen, als Team arbeiten, Probleme lösen. Das Pferd reagiert ehrlich auf den Ansatz jedes Teilnehmenden.
Reitaktivitäten werden dort integriert, wo sie sinnvoll und geeignet sind. Nicht jede Sitzung enthält Reiten, und es wird nie als Ziel an sich dargestellt.
Ein kurzer Abschlusskreis. Die Teilnehmenden benennen, was sie bemerkt haben — an sich selbst, am Pferd, aneinander. Die Begleitperson verankert das Erfahrene im Alltag.
Dokumentierte Wirkungen
Pferdegestützte sozialpädagogische Arbeit zeigt eine wachsende Evidenzbasis. Die am häufigsten berichteten Ergebnisse in strukturierten Programmen sind:
Verbesserte Fähigkeit, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, Konflikte zu lösen und in der Gruppe zu arbeiten — übertragbar auf Schule, Arbeit und Familie.
Reduzierte Impulsivität. Pferde reagieren in Echtzeit auf emotionale Zustände und machen den Zusammenhang zwischen innerem Erleben und äußerem Verhalten erfahrbar.
Die Erfahrung, ein großes Tier erfolgreich zu begleiten, stärkt echtes Selbstvertrauen — nicht lobbasiertes Selbstwertgefühl, sondern durch Einsatz und Fürsorge erworbene Kompetenz.
Teilnehmende, die sich von Schule oder Sozialprogrammen abgewandt haben, nehmen pferdegestützte Angebote oft regelmäßig wahr. Das Umfeld motiviert nachhaltig.
Die regelmäßige Einbindung in die Tierpflege führt Struktur und Verantwortungsgefühl ein, das sich auf andere Lebensbereiche überträgt.
Weitere Programme
- → Pferdegestützte Aktivitäten — für Menschen mit Behinderung
- → Aktivitäten und Workshops — Einzelsitzungen für Schulen und Organisationen
- → Das Programm unterstützen — einen Platz für jemanden finanzieren, der keinen privaten Zugang hat